Wenn das Schiff um 19 Uhr ablegt und der Gast noch an Land ist
Kreuzfahrten sind eine ziemlich angenehme Art zu reisen. Das gilt für die großen Kreuzfahrtschiffe auf dem Mittelmeer oder in Skandinavien genauso wie für die etwas ruhigeren Reisen auf einem Flusskreuzfahrtschiff. Man packt seinen Koffer einmal aus, hat sein Zimmer immer dabei und wacht trotzdem regelmäßig an einem anderen Ort auf.
Gerade für ältere Menschen ist das eine schöne Möglichkeit, noch viel von der Welt zu sehen. Natürlich ist der erste Tag an Bord erst einmal aufregend. Wo ist die Kabine? Wo gibt es Frühstück? Wie funktioniert das mit der Bordkarte? Wann legt das Schiff ab? Nach ein paar Tagen kennt man die Wege und dann beginnt der Urlaub eigentlich erst richtig.
Und alle freuen sich auf den ersten Landgang
Natürlich kann man einen organisierten Ausflug buchen. Morgens in den Bus, der Reiseleiter läuft voraus, Sehenswürdigkeiten schnell anschauen, Toilette suchen und anschließend bringt der Bus alle wieder pünktlich zum Schiff zurück.
Aber vielleicht möchte man genau das nicht.
Wenn das Schiff vor einer kleinen Stadt am Mittelmeer liegt, möchte man einfach alleine durch die Gassen laufen. Einen Kaffee trinken, ein bisschen einkaufen und anschließend zurück zum Hafen schlendern. Oder man ist in Norwegen und möchte noch ein Stück am Wasser entlanglaufen, weil die Landschaft gerade viel interessanter ist als der gebuchte Busausflug. Also geht man alleine los.
Am Ausgang des Schiffes steht normalerweise ziemlich deutlich, wann man wieder zurück sein muss. Sagen wir einmal 18 Uhr. Um 19 Uhr legt das Schiff ab.
Das klingt nach reichlich Zeit. Bis etwas dazwischenkommt.
Plötzlich wird aus einem schönen Nachmittag Zeitdruck und Angst
Vielleicht hat man sich tatsächlich nur verlaufen. Oder der Bus zurück zum Hafen nicht so, wie man dachte. Möglicherweise hat man sich mit den Entfernungen verschätzt.
Bei einem älteren Menschen kann aber auch etwas ganz Banales passieren. Man stolpert, setzt sich erst einmal auf eine Bank und merkt anschließend, dass man den Weg zum Schiff nicht mehr rechtzeitig schafft.
Und nun steht man in einem fremden Land.
Das Smartphone hilft natürlich, solange man es bedienen kann, der Akku noch reicht und man weiß, wen man eigentlich anrufen soll. Aber gerade ältere Menschen möchten vielleicht nicht erst Telefonnummern suchen, eine App öffnen oder erklären müssen, wo genau sie sich befinden. Genau bei dieser Situation kam uns der Gedanke an ellio.help.
ellio.help kommt einfach mit an Land
Unsere Lösung ist einfach. Das Schiff hält für seine Gäste eine Anzahl ellio.help bereit. Wer individuell an Land gehen möchte, kann sich für seinen Landgang eines der Geräte mitnehmen. Vielleicht ist das ein zusätzlicher Service der Reederei. Vielleicht wird dafür eine kleine Gebühr berechnet. Das ist am Ende gar nicht der entscheidende Punkt. Der Gast steckt ellio.help ein und geht los.
Mehr passiert zunächst nicht.
Die Besatzung muss nicht beobachten, durch welche Straße der Gast gerade läuft. Es gibt keine permanente Verfolgung des Landgangs und der Gast muss auch nicht alle halbe Stunde bestätigen, dass bei ihm noch alles in Ordnung ist. Er genießt einfach seinen Tag. Erst wenn er merkt, dass er Hilfe braucht, zieht er an der Auslöseschlaufe. Dann wird das Schiff informiert und zusammen mit dem Hilferuf steht die aktuelle Position des Gastes zur Verfügung. Und aus einem ziemlich großen Problem wird möglicherweise plötzlich ein sehr kleines.
Beispielszenario
Nehmen wir an, es ist 17:15 Uhr. Der Gast sitzt zwei Kilometer vom Hafen entfernt auf einer Bank und weiß, dass er den Rückweg zu Fuß nicht mehr rechtzeitig schafft. Ihm fehlt medizinisch nichts. Er hat auch keinen klassischen Notfall. Er braucht einfach Hilfe. Die Besatzung sieht, wo er sich befindet, versucht Kontakt aufzunehmen und kann beispielsweise ein Taxi zu dieser Position schicken. Der Fahrer sammelt den Gast ein und bringt ihn zurück zum Schiff. Eine halbe Stunde später läuft er über die Gangway. Problem erledigt.
Natürlich kann hinter dem Hilferuf auch etwas Ernsteres stecken. Dann muss die Situation entsprechend bewertet und gegebenenfalls professionelle Hilfe vor Ort organisiert werden. ellio.help ersetzt weder den Rettungsdienst noch die bestehenden Sicherheitsprozesse einer Reederei.
Aber es kann eine entscheidende Information liefern: Einer unserer Gäste braucht Hilfe und hier befindet er sich.
Mehr Freiheit beim Landgang
Wir finden den Gedanken vor allem deshalb interessant, weil er älteren Gästen nicht weniger, sondern mehr Freiheit geben könnte. Die Antwort auf das höhere Sicherheitsbedürfnis von Senioren muss ja nicht immer lauten: Dann dürfen Sie eben nur noch mit der organisierten Reisegruppe an Land. Die 78-Jährige hat manchmal gar keine Lust, mit 40 anderen Menschen im Reisebus zu sitzen. Vielleicht möchte sie einfach mit ihrem Mann oder ihrer Freundin durch den Ort laufen und selbst entscheiden, wo sie einen Kaffee trinken.
Warum auch nicht? Die Technik sollte ihr diese Freiheit ermöglichen und nicht einschränken. Und vielleicht wird ellio.help eines Tages genauso selbstverständlich an der Gangway angeboten wie andere Dinge, die man für einen Landgang benötigt. Man nimmt das kleine Gerät mit, steckt es in die Tasche und gibt es zurück, wenn man wieder an Bord ist.
Der Notruf ellio.help wird hoffentlich nicht gebraucht, aber man wusste die ganze Zeit: Wenn ich wirklich nicht mehr weiterweiß, kann ich dem Schiff mit einer einzigen Bewegung sagen, dass ich Hilfe brauche. Und das könnte gerade für ältere Gäste ein ziemlich gutes Gefühl sein.
Sicherheit, die mitgeht.
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