Nachts um zwei, das Auto bleibt liegen – und das Handy ist leer
Seit meine Kinder selbst Auto fahren, kenne ich dieses merkwürdige Gefühl wahrscheinlich wie viele andere Eltern auch. Natürlich sollen sie unterwegs sein. Sie sollen Freunde treffen, feiern, spät nach Hause kommen und nicht bei jeder Fahrt darüber nachdenken, ob ihre Eltern gerade wach im Bett liegen. Und trotzdem schaut man nachts auf die Uhr.
Eine Geschichte eines Sportfreundes ist mir deshalb im Kopf geblieben. Seine Tochter war feiern gewesen und mitten in der Nacht fuhr sie alleine nach Hause. Sie leben auf dem Land. Wer auf Landstraßen unterwegs ist, kennt diese Fahrten: Von der Disco oder der Party sind es schnell zwanzig oder dreißig Kilometer bis nach Hause. Öffentliche Verkehrsmittel spielen um diese Uhrzeit kaum noch eine Rolle. Also fährt man selbst.
Irgendwo zwischen zwei Ortschaften blieb ihr Auto liegen.
Es war Sommer, aber eine dieser Nächte, in denen davon nicht viel zu merken ist. Es war kalt und nieselte. Sie war so angezogen, wie junge Leute eben angezogen sind, wenn sie feiern gehen, und nicht so, als hätte sie vor, nachts längere Zeit am Straßenrand zu verbringen. Das Auto sprang nicht mehr an, die Autobatterie war durch die vielen Versuche, das Auto zu starten, auch komplett entladen und ihr Handy war leer. Seine Tochter stellte das Warndreieck auf. Dann wartete sie zu lange und entschied sie sich, zu Fuß weiterzugehen. Später wurde sie gefunden und nach Hause gebracht. Die Geschichte ist gut ausgegangen. Trotzdem habe ich noch eine Weile darüber nachgedacht.
Nicht, weil hier jemand etwas besonders falsch gemacht hätte. Genau das ist der Punkt. Es war einfach ein ganz normaler Abend, bis er keiner mehr war.
Wir verlassen uns vollständig auf das Smartphone
Als Vater würde ich meinen Kindern in einer solchen Situation natürlich sagen: Ruf mich an. Egal wann. Ich komme. Das Problem ist nur: Ohne Strom wird aus diesem einfachen Satz nichts.
Das Smartphone ist heute Telefon, Landkarte, Pannenhilfe, Taschenlampe und Verbindung nach Hause in einem. Ein ziemlich geniales Gerät. Nach einem langen Abend kann sein Akku allerdings genauso leer sein wie nach einem langen Arbeitstag.
Bei neueren Autos gibt es inzwischen eCall. Nach einem schweren Unfall kann das Fahrzeug automatisch einen Notruf absetzen. Das ist eine sinnvolle Entwicklung. Nur handelt es sich bei einer Panne eben nicht um einen schweren Unfall. Und gerade junge Fahrer sind häufig mit älteren Autos unterwegs, in denen solche Systeme noch gar nicht vorhanden sind.
Als Vater interessiert mich in diesem Moment auch nicht besonders, warum das Auto nicht mehr fährt. Ich möchte nur zwei Dinge wissen: Geht es meiner Tochter gut? Und wo steht sie?
Ich möchte nicht wissen, wo meine Tochter den ganzen Abend ist
Das ist mir dabei wichtig. Natürlich könnte man die Position des Smartphones innerhalb der Familie dauerhaft freigeben. Technisch ist das längst möglich. Dann könnte ich sehen, in welcher Disco meine Tochter ist, wann sie dort losfährt und welchen Weg sie nach Hause nimmt. Das möchte ich aber gar nicht. Wer seinen Kindern Selbstständigkeit zugesteht, muss auch aushalten können, nicht jederzeit zu wissen, wo sie gerade sind. Ich möchte nicht ihren Abend verfolgen. Ich möchte erreichbar sein, wenn sie mich braucht. Das ist ein großer Unterschied. ellio.help passt für mich genau in diese Lücke. Das Gerät wird mitgenommen und bleibt ansonsten einfach in der Tasche. Es ist kein Instrument, mit dem Eltern den Heimweg ihrer Kinder beobachten sollen. Erst wenn wirklich Hilfe benötigt wird, zieht die Nutzerin an der Auslöseschlaufe. Dann wird der Hilferuf an die hinterlegten Kontakte übertragen und die aktuelle Position mitgesendet.
Auf meinem Telefon käme also die Information an, auf die es ankommt: Meine Tochter braucht mich. Und ich weiß, wo ich hinfahren muss.
Auf einer Landstraße sieht die Welt nachts anders aus
Wer in einer Stadt lebt, unterschätzt leicht, wie einsam eine Landstraße nachts sein kann. Tagsüber fährt dort alle paar Minuten jemand vorbei. Nachts um zwei können lange Zeit nur Dunkelheit, Felder und ein paar Kilometer bis zum nächsten Dorf bleiben. Und ich möchte meine Tochter in einer solchen Situation nicht zu Fuß auf dieser Straße wissen. Wenn das Auto an einer sicheren Stelle steht, soll sie dort bleiben können. Ich fahre los, ein Freund fährt los oder wir organisieren die notwendige Hilfe. Dafür braucht es keine lange Erklärung und keine Adresse, die sie irgendwo auf einem Straßenschild suchen muss. Die Position kommt mit dem Hilferuf. Natürlich ersetzt ellio.help weder das Smartphone noch die Pannenhilfe und schon gar nicht den Notruf 112, wenn tatsächlich ein schwerer Unfall passiert ist. Darum geht es auch nicht.
Es geht um diesen einen Moment nachts auf einer Landstraße oder an anderen abgelegenen Orten, in dem etwas nicht nach Plan läuft und die gewohnte Verbindung nach Hause plötzlich nicht mehr funktioniert. Seit ich die Geschichte gehört habe, denke ich anders darüber nach, was meine Kinder im Auto dabeihaben sollten.
Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten gehören sowieso hinein und möglicherweise auch ein kleiner Hilferuf, der unabhängig vom Smartphone funktioniert.
Nicht damit ich weiß, wo meine Tochter ist. Sondern damit sie mir mitteilen kann, wo sie ist, wenn sie mich braucht.
Sicherheit, die mitgeht.
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